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Iwan der Schreckliche

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9. Abdankung führt zur Reform


Doch Ende 1564 schien der Zar amtsmüde geworden zu sein. Mitte November rief Iwan IV. Bojaren und Geistliche im Moskauer Kreml zusammen und verkündete, dass er auf den Thron verzichten wolle, um sich in ein Kloster zurückzuziehen, da er von Untreue und Verrat umgeben sei. Nach dieser Rede legte er zwar seine Krone, das Zepter und den Ornat ab, ließ sie sich aber von seinen Dienern nachtragen. Wenige Tage später verließ der Zar in einem Zug von mehr als hundert Schlitten, die mit Teilen des Zarenschatzes, Ikonen und Reliquien aus den Moskauer Kirchen, sowie mit Vorräten aller Art beladen waren, die Stadt. Der Zar wurde von seiner Familie, Bewaffneten und einigen Würdenträgern begleitet und kam Ende Dezember auf Alexandrowa sloboda, einem befestigten Landsitz etwa 100 km nordöstlich von Moskau an. Über die Umgestaltung seines Reiches hatte sich Iwan, der angeblich kein Zar mehr sein wollte, bereits Gedanken gemacht. Durch den Auszug Iwans wurde die Lage in Moskau äußerst schwierig. Das niedere, schwarze Volk (tschernj) war völlig bestürzt und fühlte sich verwaist, aber auch die Kaufleute wüßten ohne ihren Herrn nichts anzufangen. Eine Monat lang ließ Iwan nichts von sich hören. Danach ließ er Botschaften verlesen, in denen er seinen Thronverzicht erklärte, weil er von Verrätern umgeben und von allen im Stich gelassen worden sei. Iwans Groll richtete sich hauptsächlich gegen die Bojaren, die ihm seine Kindheit verdorben hatten, sowie gegen die Geistlichen; das Volk von Moskau nahm er ausdrücklich aus. Nun fühlte sich das Volk wirklich verlassen, da es keine Autorität, keinen Schutz und kein Recht mehr gab. Sie stürmten zum Sitz des Metropoliten und klagten: “Wehe uns, die wir vor Gott gesündigt und den Zaren erzürnt haben... an wen sollen wir uns nun halten, wer wird uns vor den Überfällen der Feinde schützen. Wie sollen denn Schafe ohne den Hirten sein, wie können wir ohne den Zaren bestehen?”(5) Der Metropolit ließ eine Delegation zusammenstellen, die mit einer Petition zum Zaren reisten um ihn wieder zurückzuholen. Unter zwei Bedingungen war Iwan IV. Wassiljewitsch bereit, als Zar nach Moskau zurückzukehren. Erstens wollte er mit denjenigen, die er für Verräter hielt nach seinem Willen verfahren, da er “Herr über Leben und Tod” sei. Die zweite Bedingung für die Rückkehr nach Moskau, war eine vollkommene Umgestaltung des russischen Staates.


  
Die Taubenfusschronik oder Die Chruschtschowiade 2: 1957-1976: BD II
von Kurt Gossweiler
Siehe auch:
Wider den Revisionismus: Aufsätze, Vorträge,...
Die Taubenfusschronik oder Die Chruschtschowi...
Ohne die Mauer hätte es Krieg gegeben: Zeitzeuge...
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Stalin. Briefe an Molotow 1925 - 1936
Die DDR unterm Lügenberg
 
   
 
     
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